Hühnerkobel bei Rabenstein

Rabensteiner Quarzbruch

"Die klassische Fundstelle des Bayerwaldes"

Der Quarzbruch am Hühnerkobel ist der wohl meist behandelte Pegmatit im Bayerischen Wald. Die erste urkundliche Erwähnung ist bereits im Jahre 1755, aber mit dem Abbau wurde wahrscheinlich schon früher begonnen.

Der alten Geschichten nach entdeckte der Mannheimer Kupferstecher Johann Georg Wissger 1756 einen aus dem Boden stehenden Quarzfelsen am Hühnerkobel. Zunächst baute man  den Felsen nur übertage ab, ab 1831 auch untertage. Der Quarz wurde in der heimischen Glasindustrie verarbeitet. 1877 wurde der Bergbau am Hühnerkobel beendet, da der Quarzkern fast vollständig abgebaut war, zum anderen wurde durch den Bau der Bahnstrecke Deggendorf - Eisenstein weitaus besserer Quarzsand aus Lausitzer und Rheinischen Braunkohlerevier geliefert. 1899 und 1924 versuchte man den Bergbau noch mal in gang zu bringen, indem man Feldspat abbauen wollte der noch reichlich in der Randzone des Pegmatites vorhanden ist, dieser war aber zu stark von Mangan- und Eisenoxiden verunreinigt.

Von 1756 bis 1880 wurden Abgebaut:

Auch die damals gefundenen Columbite wurden gesammelt. Zum Teil für mineralogische Zwecke ( die Arbeiter hatten wahrscheinlich recht schnell gemerkt was sie für einen guten Kristall bekommen konnten), aber auch wurden in München für "Tantalitbemalung" auf Nymphenburger Porzellan versuchsweise verwendet. (Siehe Sperling, T.  ; Pegmatit-Vorkommen im Hinteren Bayerischen Wald 1996 Seite 29).

Die Fundstelle liegt zwischen Rabenstein und Zwiesel ( an der Forststraße von Schoneben nach Rabenstein) ca. 1100 m NE vom Gipfel des Hühnerkobels. Der große Tagebau und der angrenzende Untertagebau, dessen Zugang heute durch ein Gitter (Fledermausschutz und Einsturzgefahr!) versperrt ist, steht unter Naturschutz und Geotopschutz. Die Fundmöglichkeiten sind gering da auch die fündigen Halden zum Straßenbau abgefahren wurden.

Geologie: (aus Sperling, T. Pegmatit-Vorkommen des Hinteren Bayerischen Waldes, 1996 S.89)

"Nach SCHMID (1955, S. 384) weist der Pegmatit die Form einer nahezu horizontal liegenden Blase mit (im E-W Profil) tropfenförmigem Querschnitt auf. Die gesamte Länge des Pegmatites, dessen Längsachse annähernd NNE-SSw streicht, beträgt etwa 90 m. Nach MADEL (1968, S. 48) fällt seine Symmetrieebene steil nach ESE ein. Seine größte Mächtigkeit liegt zwischen 15 und 20 m (SCHMID, 1955 S.384). Er liegt im Hangenden eines etwa 900 m langen und bis 250 m breiten Granitkörpers und zeigt, wie alle größeren Pegmatite, einen ausgeprägten Zonalbau. SCHMID (1955, S. 384-386) unterteilt den Pegmitit in Rand-, Zwischen- und Kern-Zone."

Bergbau:

Mineralien:

 

Der Hühnerkobel ist der Orginalfundort von Triphylin, der von FUCHS (1834) analysiert und als neues Mineral beschrieben wurde.

Zurück

Zurück zu Fundstellen um Zwiesel